Im Interview: Wim Wenders zum Film „Ein Mann seines Wortes“ über Papst Franziskus

Münster. „Ein Mann seines Wortes“ heißt die neue Filmdokumentation von Star-Regisseur Wim Wenders über Papst Franziskus. Eine „Biografie der Ideen“ nennt der Filmemacher sein Werk, das kürzlich bei den Filmfestspielen in Cannes Weltpremiere feiert und das im Mai in einer exklusiven Preview auf dem Katholikentag in Münster zu sehen war. Markus Möhl sprach mit dem Oscar-nominierten Wenders.

Kultur rundum: Herr Wenders, erst Katholikentag, dann Cannes – neben dem Vatikan gibt es wohl keinen geeigneteren Ort als das katholische Münster für eine Preview ihrer neuen Dokumentation.

Wim Wenders: Das haben wir uns auch gedacht. Wir hatten nur die Sorge, dass uns das nicht gelingen würde, weil man das in Cannes nicht verstanden hat. Dann haben sie uns die einmalige Ausnahmegenehmigung gegeben, zwei Tage vor der Weltpremiere diese Preview in Münster machen zu dürfen.

Kultur rundum: Warum Papst Franziskus? Was macht ihn für Sie so interessant?

Wim Wenders: Das ist ein Mann wie kein anderer. Ich habe aber nicht gedacht: Oh, das ist ein interessanter Mann, ich mache einen Film über ihn. Das wäre mir in den kühnsten Träumen nicht eingefallen. Ich bin vom Präfekten der Kommunikationsabteilung gefragt worden. Es gab keine Bedingungen, ich konnte mir das Konzept selber ausdenken. Und dann habe ich mir gesagt: Ja, das ist der Mühe wert.

Kultur rundum: Das öffentliche Bild, das Papst Franziskus abgibt, ist von Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und Klarheit in dem, was er sagt, geprägt. Hat sich dieser Eindruck für Sie bestätigt?

Wim Wenders: In jeder Hinsicht. Er war vom ersten Moment an voll dabei, hatte keinen Sekretär oder ein Handy dabei, das ihn ablenkte, und hat als allererstes jeden begrüßt. Darauf waren wir nicht eingestellt. Für ihn ist wirklich jeder gleich, und er lebt diese Utopie, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Und das hat er mit einer Herzlichkeit umgesetzt, die uns allen an die Nieren gegangen ist.

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