Das war „Wahnsinn“ – Weltpremiere des neuen Musicals mit Petry-Songs umjubelt

Duisburg. Das Ruhrgebiet hat ein neues Kult-Musical: „Wahnsinn“ mit den Hits von Wolfgang Petry feierte am Sonntag (25. Februar) mit viel Prominenz Weltpremiere im Duisburger Theater am Marientor. Nicht nur Heino, Maite Kelly oder Guido Cantz hatten Spaß am ersten „Party-Schlager-Musical der Welt“, auch die gut 1.500 Zuschauer, zum Teil stilgerecht in Karohemden  gewandet und mit Lockenperücken, Schnäuzern und Freundschaftsbändern ausgestattet, feierten zwei Stunden lang Petry-Klassiker wie „Ruhrgebiet“, „Der Himmel brennt“ oder „Verlieben, verloren, vergessen, verzeihn“.
Die Story um die 36 größten Hits des Schlagersängers ist schnell erzählt: Am Ende haben sich alle wieder lieb. Der LKW-Fahrer Peter (Enrico de Pieri), immer auf Achse, seine an ihrer Ehe und Liebe (ver)zweifelnde Sabine (Vera Bolten). Der gescheiterte Sänger und jetzige Schrottplatzbesitzer Karsten (Detlef Leistenschneider) seine patente und mit einer frechen Ruhrgebietsschnauze ausgestattete Gabi (Jessica Kessler). Die temperamentvolle, junge Gianna (Dorina Garuci), die schon ein Kind hat, ihren Tobi (Thomas Hohler), der gegen den Willen seines gescheiterten Sänger-Vaters eine Musikerkarriere starten will. Und schließlich:  Barkeeper Wolf (Mischa Mang) und Hotelbesitzerin Jessica (Carina Sandhaus), die sich vor 25 Jahren aus den Augen verloren haben und sich beim Holzfällerfest „Ho-Chi-Kaka-Ho“ im imaginärem Bahia Del Sol wiedertreffen und -vereinen. Dazwischen gibt es Missverständnisse und Versöhnungen, reichlich witzigen Ruhrpottslang, Chaos und Klamauk.
Kein tiefgehender Musicalstoff  also, was das Autorenduo Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth sich ausgedacht haben. Sie haben mit ihren Kreationen wie „Heiße Ecke“ (seit 14 Jahren erfolgreich in Hamburg) eine neue Farbe in das Genre gebracht, so etwas wie musikalisches Volkstheater im besten Sinne. Geschichten aus dem ganz normalen Leben ganz normaler Menschen, Typen wie Du und ich – und das alles äußerst unterhaltsam aufbereitet. Regisseur Gil Mehmert („Das Wunder von Bern“) greift das kongenial auf, lässt seine trotz ihrer Macken immer sympathisch erscheinenden Hauptfiguren in einem einfachen, wandelbaren Bühnenbild spielen, das aus einem Truck-Anhänger wahlweise eine Bühne, ein Flugzeug oder ein Hotel entstehen lässt. Und er hat sie gut im Griff, seine acht Akteure – vier Geschichten zu erzählen und dabei die dramaturgische Übersicht zu behalten, ist eine Herausforderung. Die bewältigt die aus durchweg erfahrenen Darstellern bestehende Cast bestens – man merkt ihnen den Spaß am Spielen und Singen an, sie bringen ordentlich Power auf die Bühne und dürfen gerne auch mal (gekonnt) chargieren.
Ach ja, und dann war da noch die Musik. Ob man sie kennt und mag oder nicht, die Petry-Schlager – mitreißend ist das, was Sebastian de Domenico aus den Hymnen musikalisch arrangiert hat und was die auf dem Truck-Anhänger immer präsente Band kraftvoll spielt, allemal. Dem Publikum gefiel’s jedenfalls, vor allem, weil der Partyfaktor in Sachen Mitgrölen und -klatschen tatsächlich groß war. Und so gab’s als Dankeschön für einen unterhaltsamen Abend minutenlangen, stehenden Beifall.

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