Mark Forster: Volle Party-Power und ein paar leise Töne

MÜNSTER  Daran lässt Mark Forster von Anfang an keinen Zweifel: Wenn er auf der Bühne steht, ist Party angesagt. Das ließen sich 3.000 Fans am  in der Halle Münsterland nicht zweimal sagen und feierten den sympathischen Sänger und seine Hits.
Irgendwo zwischen melodiösem Rap und Singer-Songwriter-Sound bewegen sich die Songs des passionierten Kappenträgers, der 2015 den „Bundesvision-Contest“ gewann und seitdem eine steile Karriere hingelegt hat. Das liegt nicht nur an den klugen Kompositionen, die Stilelemente des Sprechgesangs mit eingängigen Hooklines kombinieren. Auch die Texte, die Forster liefert, sind einfallsreich und sensibel, mischen Alltagslyrik mit Rap-Poesie und erzählen Geschichten von enttäuschter oder erfüllter Liebe („Was Ernstes“), Lebenskrisen und Neuanfängen („Willkommen zurück“). Da ist gerne auch mal eine Portion Tiefgang dabei („Flüsterton“), und selbst aus der kritischen Selbstreflexion („Selfie“) bastelt der 32-Jährige ein feines Stück Musik. Kein Wunder, dass Mark Forsters aktuelle Single „Chöre“ als Soundtrack für den erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres „Willkommen bei den Hartmanns“ ausgewählt wurde.
Bis die Münsteraner Fans diesen Titel lauthals mitsingen können, müssen sie sich allerdings bis zum Ende des Konzerts gedulden. Was dem vorangeht, ist zweieinhalb Stunden volle Forster-Power, in denen der ehemalige Juror von „The Voice Kids“ unermüdlich über die Bühne wirbelt, springt und tanzt und sein teilweise noch recht junges Publikum immer wieder anheizt („Mach ma’ bisschen Stimmung, Münster!“). Dazu kommen grelle Bühnenlicht-Blitze und volle Boxenwucht, die schon mal den Grenzwertpegel erreicht. Egal – wer mit vierköpfigen Band und einer drei großartigen Bläsern auf der Bühne steht, braucht satten Sound. Aber Mark Forster kann auch anders: Ein kurzes Video als Überbrückung, und schon steht der gebürtige Pfälzer im fahlen Scheinwerferlicht mitten in der Halle am Mischpult und schlägt, nur begleitet von seinem Gitarristen, die musikalisch eher leisen Töne an. Zurück auf die Bühne geht’s mitten durchs Publikum, das die Nähe seines Stars kreischfaktormäßig hörbar genießt. Und sich freut, dass es mit ihm am Schluss noch seine großen Hits „Au revoir“, „Bauch und Kopf“ und „Wir sind groß“ singen darf.
Von Markus Möhl  8.12.2016

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