In Essen wird gefeiert: Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ macht Spaß

ESSEN   Partystimmung in Essen: „Ich war noch niemals in New York“, eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Musicals mit den Hits von Udo Jürgens, erlebte am Freitag (4.11.) seine vom Publikum ausgelassen gefeierte Premiere im Colosseum-Theater. Kein Wunder, denn was da auf der Bühne zu sehen und zu hören ist, erinnert an die Revuefilme der 60er Jahre mit Ballett, Tür-auf-Tür-zu-Verwechslungen und reichlich schrägen Gags. Da kieksen schwule Schiffsoffiziere, blaffen strenge Altenheimleiterinnen und radebrechen griechischstämmige TV-Produzenten. Das alles in einer knallbunten Kulisse, die die Zuschauer in die plüschige Honeymoon-Suite („Ist das schwuler Barock?“), über den lauten New Yorker Broadway oder zum malerischen Hafen von Genua mitnimmt. Manchmal wirkt das alles ein bisschen trashig-schrill, aber genau dieser Schuss Selbstironie macht dieses Musical so amüsant, unterhaltsam und manchmal sogar anrührend. Auch die Rollen sind bestens besetzt: Ann Mandrella gibt der karrierebesessenen Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg herrlich zickige Züge, ist aber auch verletzlich, wenn sie merkt, dass beruflicher Erfolg nicht alles im Leben ist. Der gebürtige Münsteraner Karim Khawatmi als Weltenbummler Axel Staudach ist schnodderig-cool mit einem sanften Kern. Das ungleiche Paar jagt Lisas Mutter Maria (wunderbar frech: Gisela Kraft) und Axels Vater Otto (souverän: Gunter Sonneson) hinterher, die aus dem Altenheim ausgebüxt und auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach New York sind, um unter der Freiheitsstatue zu heiraten. Mit dabei ist Axels aufgeweckter Sohn Florian (Marlon), der mit seinem „Aber bitte mit Sahne“-Rap großen Szenenapplaus erntet. Das alles führt zu reichlich Verwirrungen und Verwicklungen, in die die bekannten Songs von „Immer wieder geht die Sonne auf“ über „Ein ehrenwertes Haus“ (aus dem Fred und Costa als schwules Paar fliegen sollen) und „Griechischer Wein“ bestens eingebaut sind. Ebenso wie das Publikum, das die Evergreens des großen Udo Jürgens lauthals singend abfeiert –Happyend, wen wundert’s, inklusive.
Von Markus Möhl

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