Allerbeste Unterhaltung auf Hollywood-Niveau: „Tarzan“ erobert Oberhausen

OBERHAUSEN  Die Affen tanzen wieder – diesmal im Oberhausener Dschungel: Das Disney-Musical „Tarzan“ erlebte am Sonntag (6. November) im Metronom-Theater vor 1.600 Gästen eine umjubelte Premiere für waghalsiges Lianenschwingen und eine auch ansonsten spektakuläre Inszenierung der weltbekannten Geschichte um den „Affenmenschen“.
Wie schon 2010 in Hamburg spielt erneut der gebürtige Sendenhorster Alexander Klaws die Titelrolle und zeigt nicht nur akrobatische Höchstleistungen, wenn er an Seilen hängend und um die eigene Achse drehend teilweise 14 Meter hoch durch den Zuschauerraum fliegt. Auch gesanglich schwingt sich Klaws, der in diesem Jahr nach „Jesus Christ Superstar“ (Basel) und „Saturday Night Fever“ (Tecklenburg) schon die dritte Premiere spielt, auf höchstes Niveau: Die bekannten Phil-Collins-Songs präsentiert er ebenso kraft- wie gefühlvoll und lässt wenig Zweifel daran aufkommen, dass er derzeit der beste deutsche Musicaldarsteller ist.
An seiner Seite spielt Tessa Sunniva van Tol eine chaotisch-witzige Jane, die mit einer klaren, gleichzeitig warmen Stimme eine äußerst sympathische Dschungelforscherin verkörpert und so gar nicht dem braven englischen Ideal einer jungen Dame entspricht. Wenn Sie Tarzans „Männlichkeit“ unter dem Lendenschurz entdeckt, dann ist das schon sehr komisch. Beeindruckend auch Simeon Pauls als junger Tarzan, der eine erstaunlich hohe Professionalität mitbringt. Wunderbar harmonieren Patrick Stanke als etwas rabiater, aber mit einem weichen Kern ausgestatteter Gorillachef Kerchak, und Sabrina Weckerlin als sein „Weibchen“ Kala, die gerade in den anrührenden Momenten als Tarzans Ziehmutter für Gänsehautmomente sorgt. Massimiliano Pironti spielt Tarzans spleenig-verrückten Freund Terk und darf auch schon mal einen Wortwitz über Bottrop machen.
Insgesamt hat die Oberhausener Version des Disney-Klassikers durch die Anpassung an das neue Theater deutlich an spektakulären Momenten gewonnen. Ohne die sonst übliche Empore wird das Geschehen stärker in den Zuschauerraum verlegt, sodass das Publikum mitten im Dschungel sitzt. Auch die Bühne wurde aufgerüstet und bietet noch mehr „Anflugstationen“ für die Affenbande, die in den knapp zweieinhalb Stunden Aufführungsdauer immer in Bewegung ist.
Tarzan in Oberhausen – das ist allerbeste Unterhaltung auf Hollywood-Niveau und damit ein absolutes Muss für alle großen und kleinen Musicalfans.
Von Markus Möhl

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