Große Namen, tolle Stimmen: Pfingstgala „Musical meets Pop“ eröffnet die Tecklenburger Freilichtspiele

TECKLENBURG  Da strahlte Intendant Radolf Beuleke mit der Sonne um die Wette: Die Saisoneröffnung auf der Freilichtbühne Tecklenburg geriet zum zwar kalten, aber umjubelten Freiluft-Happening mit großartigen Musicalstars und über 2.300 Zuschauern, die ihre Lieblinge feierten. Da konnte auch der kurze Regenschauer gleich zu Beginn der traditionellen Pfingstgala die Stimmung nicht trüben, zumal die Überdachung in der spielfreien Zeit für knapp 450.000 Euro komplett erneuert und Licht und Ton auf den neuesten Stand gebracht wurden. Von letzterem profitierten die acht Sängerinnen und Sänger, die unter dem Motto „Musical meets Pop“ auf der Bühne standen. Darunter so veritable Top-Künstler wie Uwe Kröger und Pia Douwes, deren „Wenn ich tanzen will“ aus Elisabeth im Programm nicht fehlen durfte.  Aber auch Zodwa Selele (von Whoopi Goldberg persönlich für „Sister Act“ gecastet), Roberta Valentini, die erst kürzlich in „Elisabeth“ zu sehen war, und Milica Jovanovic („Liebe stirbt nie“) brachten Musicalglanz auf die Bühne. Die beiden letzteren werden ab dem 18. Juni in „Excalibur. Artus“ auf der Tecklenburger Freilichtbühne zu sehen sein – damit ist Intendant Beuleke, der den Abend ebenso charmant wie humorvoll und informativ moderierte, wieder einmal ein Cast-Coup gelungen, denn Jovanovic und Valentini gehören derzeit zu den „Spitzenkräften“ ihrer Branche. Ebenso wie Kevin Tarte („Tanz der Vampire“) und Dominik Hees („Next to normal“), die als Merlin und Lancelot in „Excalibur“ zu sehen sein werden. Komplettiert wurde das Ensemble durch Sascha Krebs („We will rock you“), fast schon ein Tecklenburger Urgestein, der auch diesmal wieder die Federführung für das Programm der Pfingstgala übernommen hatte. Für die musikalische Begleitung sorgte eine bestens aufspielende Live-Band unter der Leitung von Klaus Hillebrecht.
Dass die acht Sängerinnen und Sänger ihr Musicalmetier verstehen, ist keine Frage. Das bewies einmal mehr Uwe Kröger: In Stöckelschuhen stakste der Routinier elegant auf die nasse Bühne , um „Ich bin, was ich bin“ aus „La Cage aux Folles“ so bewegend und emotional zu präsentieren, dass Gänsehaut und stehende Ovationen angesagt waren. Aber was, wenn die vertrauten Noten ersetzt werden durch Arrangements aus der Welt der Popmusik? Kein Problem für das hochklassige Ensemble – Überraschungen inklusive. Denn Milica Jovanovics Interpretation von Helene Fischers „Atemlos“ war deutlich besser als das Original. Auch Roberta Valentini, die „Wie schön du bist“ von Sarah Connor performte, stand ihrer Pop-Kollegin in nichts nach. Nicht immer gelang der Genrewechsel allerdings perfekt: Kevin Tarte`s „Bonfire Heart“ geriet etwas kraftlos und auch der ESC-Song „Calm after the Storm“ von den Common Linnets, gesungen von Sascha Krebs und Zodwa Selele, kam dünn rüber. Das trübte aber den Gesamteindruck nicht im geringsten: Spätestens mit Pia Douwes‘ Version von Tina Turners „What you get is what you see“ wurde aus der Pfingstgala eine ausgelassene Party – das Publikum hielt es nicht mehr auf seinen Plätzen und tanzte nach über zwei Stunden zu den Rausschmeißern „Uptown Funk“, „Lass uns gehn“ und „Life is for living“ erfolgreich gegen die Abendkälte an.
Von Markus Möhl

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