Eine Legende in Oberhausen: Hans Zimmer „ganz groß“

OBERHAUSEN  Ein Oscar, vier Grammys und zwei Golden Globes – da war Hollywood ganz nah an Oberhausen, als der legendäre Filmkomponist Hans Zimmer mit 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena seine größten Filmmusik-Erfolge feierte. Zum ersten Mal überhaupt spielt der gebürtige Deutsche seine Werke aus Blockbustern wie „Interstellar“, „Piraten der Karibik“ oder „Rain Main“ im Rahmen einer Konzerttournee live. Und lässt sich dabei nicht lumpen, wenn es, ganz im Stil der amerikanischen Traumfabrik, um Monumentales geht: Eine 25-köpfige Rockband, ein groß besetztes Orchester und ein stimmgewaltiger Chor sorgen durchweg für einen mächtigen Sound, dessen Wucht mitunter an die Grenzen der erträglichen Hörbelastung geht. Zimmer, der seit fast 30 Jahren Filmmusiken komponiert, kann aber auch anders als laut: Man hat keine Chance gegen die Gänsehaut, wenn die elegischen Gesänge aus dem „Gladiator“ erklingen oder die ersten, in Zulu-Sprache gesungene Takte aus dem „König der Löwen“ angestimmt werden – in Oberhausen ein besonderes Erlebnis, weil Lebo M, der die markanten Vocals für den Originalstreifen eingesungen hat, höchstpersönlich auf der Bühne steht. Und immer wieder stellt der bescheidene, in seinen Moderationen manchmal etwas unbeholfen wirkende Zimmer seine Sänger und Musiker in der Vordergrund. Zu Recht, denn die Mitglieder von Band, Orchester und Chor gehören zu den Besten ihres Fachs. Aber nicht nur musikalisch machen sie eine gute Figur, denn Tina Guo (E-Cello) und Ann Marie Simpson (Violine) tanzen eher mit ihren Instrumenten, als sie „nur“ virtuos zu spielen – und das ist sehr ansehnlich.
Wie auch immer, ob mit opulentem Orchesterklang oder intimen Instrumentalsoli: Dem sympathischen Wahlkalifornier gelingt es, seine musikalischen Geschichten so nachdrücklich zu erzählen, dass man die damit untermalten Filmszenen sofort vor Augen hat. Zum absoluten, emotionalen Höhepunkt geriet übrigens eine kurzfristige Programmänderung: Mit einer berührenden Version von „Purple Rain“ ehrten Zimmer und seine exzellenten Musiker den am Vortag verstorbenen Musiker Prince und ernteten nicht nur dafür stehende Ovationen.

Von Markus Möhl

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