Musikalisches Jubiläum: „Die Prinzen“ feiern 25 Jahre

Münster, 28.2.2016  Von Markus Möhl  Da hatten sie nochmal tief in die Klamottenkiste gegriffen, um ihr 25-jähriges Bandjubiläum zu feiern: Bei ihrem Auftritt in der Halle Münsterland am Freitagabend überraschten „Die Prinzen“ mit Outfits und Perücken, die an die Gründungszeit des Kult-Quintetts erinnern sollten. Da durfte der markante Rotschopf von Frontmann Sebastian Krumbiegel genauso wenig fehlen wie die blonden Langhaare seines Bandkollegen Tobias Künzel.
Das sah nicht wirklich gut aus – aber darauf kam es den Prinzen ja noch nie an. Denn dass sie sich selber nicht ganz so ernst nehmen, gehört zu ihrem Erfolgsrezept und lässt sie seit einem Vierteljahrhundert mit fast sechs Millionen verkauften Tonträgern auf der Sympathiewelle der Fans schwimmen.
Rücklaufende Jahreszahlen bis zur „Geburt“ der Truppe im Jahr 1991 und kurze Schnipsel aus Erfolgssongs kündeten die mit knalligen Lichteffekten ausgestattete Bühnenshow der zweifachen ECHO-Preisträger an. Mit „Mann im Mond“ brachten Krumbiegel, Künzel, Wolfgang Lenk, Henri Schmidt und Jens Sembdner ihr Publikum schon mal auf Betriebstemperatur. Die kühlte allerdings zwischendurch etwas ab – die Songs der neuen CD „Familienalbum“ haben sich noch nicht so in den Gehörgängen festgesetzt wie die Prinzen-Klassiker. Die Nostalgieklamotten hatten die ehemaligen Thomaner-Chorsänger zwischenzeitlich abgelegt, musikalisch knüpften sie mit den aktuellen Songs wie „Er steht im Regen“ oder „Lass es raus“ aber an den bewährten Prinzensound an, instrumental bestens begleitet von Mathias Dietrich (Bass) und Ali Zieme (Schlagzeug). Und auch inhaltlich geht es immer noch um Liebe, mal geglückt, dann wieder gescheitert, um Alltagsgeschichten und Typen, alles verpackt in intelligente Texte. Manchmal wird’s auch politisch, etwa wenn Sebastian Krumbiegel den Titel „Kann ich noch etwas für dich tun“ als Aufruf zur Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen nutzt. Ansonsten hielten sich die fünf Adeligen mit langen Ansagen angenehm zurück, setzten stattdessen auf ihre musikalische Qualität und luden auf der Konzert-Zielgeraden mit „Schwein sein“, „Alles nur geklaut“ und „Millionär“ dann doch noch zur ausgelassenen Prinzen-Party ein.

zur Bidergalerie

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s