Die „New York Gospel Stars“ machen ihrem Namen alle Ehre

Ahlen, 12.2.2016   Von Markus Möhl   Wenn amerikanische Gospel-Power auf westfälischen Frohsinn trifft, dann kann das zu einer explosiven Mischung werden. Bei ihrem Auftritt in der Ahlener Stadthalle am 11. Februar brauchten die „New York Gospel Stars“ nur knapp drei Songs, um das Ahlener Publikum zum kontrollierten Ausrasten zu bringen.
Nicht wenig Anteil daran hatte Frontmann und Chorleiter Craig Wiggins, der die knapp 300 Zuschauer charmant-beharrlich immer wieder zum Aufstehen und Klatschen ermutigte. Aber auch ohne dieses ausdauernde Einfordern von Stimmung und guter Laune hätten die Gospelfans die Truppe um den charismatischen Grammy-Preisträger gefeiert, denn die sieben Sängerinnen und Sänger hatten durchweg Stimmen auf Weltklasse-Niveau. Während diese individuellen Qualitäten in der technischen Chor-Abmischung leider bisweilen untergingen, hatten die versierten Künstler, die teilweise schon mit Stevie Wonder, Diana Ross oder Whitney Houston auf der Bühne standen, in den Soloparts reichlich Gelegenheit, ihr Ausnahme-Können zu zeigen. So lieferten sich Tyrone Flowers und Ahmed Wallace mit „I believe I can fly“ nahezu ein Gesangsduell um die höchsten Töne. Zu einem der Höhepunkte des Abends geriet Whitney Houstons „I will always love you“ in der Version von Matia Washington, die dem Original in nichts nachstand: Auf ihre nicht enden wollenden Tonkaskaden und Schlenker über mehrere Oktaven reagierte das Publikum mit Zwischenapplaus und Bravo-Rufen. Auch die anderen Chordamen Keesha Gumbs, Latoya Duggan und Alison Mitchell brillierten mit kraftvollen Interpretationen angesagter Popsongs, die im Mittelpunkt des zweiten Konzertteils standen. Ansonsten waren mehr oder weniger bekannte Gospels zu hören, denen die „New York Gospel Stars“ jeweils ihren eigenen Stempel aufdrückten. Das reduzierte bei Klassikern wie „Oh when the Saints“ oder „Joy to the world“ den Mitsing-Faktor zwar enorm, steigerte allerdings den Hörgenuss erheblich. Musikalisch begleitet wurden die Akteure von Jermain Allen (E-Schlagzeug) und Eugene Reid, dessen Keyboard-Sound das eine oder andere Mal recht dünn rüberkam. Ganz anders als die Begeisterung der Ahlener Zuschauer, die die temperamentvoll und stimmgewaltig präsentierte „Gute Nachricht“ (Übersetzung von „Gospel“) nach zwei Stunden bester Stimmung mit lang anhaltendem, stehenden Applaus quittierten.

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