Alexander Klaws im Interview mit KULTUR RUNDUM

Ahlen/Basel, 9.2.2016   Die Premiere von „Jesus Christ Superstar“ am 23. Januar in Basel mit dem Sendenhorster Alexander Klaws in der Titelrolle war ein großer Erfolg. Am Rande der Premiere hatte unser Redakteur Markus Möhl die Gelegenheit, mit dem Musicalstar über die Inszenierung, sein aktuelles Album und seine Zukunftspläne zu sprechen.

Alexander, in Dortmund hast Du den „Jesus“ erst im Oktober abgespielt, jetzt stehst Du wenige Monate später in derselben Rolle in Basel auf der Bühne. Was hat Dich gereizt, dieses Engagement in der Schweiz anzunehmen?

Abgesehen davon, dass es vom Spiel und vom Gesang her eine große Rolle ist, habe ich gemerkt, dass ich noch nicht ganz fertig damit bin. Es hat mich gereizt, den Jesus nochmal komplett anders zu sehen, in einer anderen Inszenierung zu spielen, mit anderen Kollegen, unter einer anderen Regie.

Was war die größte Herausforderung der Basler Inszenierung?

So zu agieren, als hätte ich es noch nie vorher gespielt, die Festplatte zu löschen und alles wieder auf Null zu stellen. Die Bewegungen eben nicht machen, die man schon in Dortmund gemacht hat. Die Rolle an sich ist aber immer eine große Herausforderung, und ich musste auch gesangstechnisch noch was draufpacken.

Die Partie des Jesus fordert Dich aber nicht nur gesanglich, sondern auch körperlich.

Absolut. Und in dieser Inszenierung hier in Basel ist es noch körperlicher. In Dortmund saß ich im zweiten Akt fast nur noch, der Abend war vom Körperlichen her schon durch. Jetzt durchspiele ich viel mehr Phasen des Leidens, von Ohnmacht bis sich wieder aufrappeln, von Ausrasten bis Albtraum. Und es gibt ja auch kein Kreuz, sondern ich stehe minutenlang mit ausgebreiteten Armen da. Das ist wirklich ganz anders in dieser Inszenierung, aber das hat auch was Gutes, weil es viel noch mehr Facetten zeigt.

Das ist jetzt das zweite Mal, dass Du an einem Stadttheater spielst. Vorher warst Du in großen Musicalproduktionen wie „Tanz der Vampire“ und „Tarzan“ zu sehen. Was ist der Unterschied?

Die Rollen an den Stadttheatern, an den Opernhäusern – vor allem in Dortmund und Basel, die zu den 1-A-Häusern gehören – sind sehr begehrt. Der Reiz ist: An Stadttheatern hast du vier oder fünf Shows im Monat, denen Du ganz anders entgegen fieberst und nicht irgendwann in eine Routine verfällst, wenn Du die Rolle jeden Abend spielst. Das ist schon ein Privileg, in diesen Opernhausbetrieb reinzukommen und da Fuß zu fassen.

Wie geht es denn nach Basel weiter? Du spielst jetzt hier gut 20 Vorstellungen – was ist dann geplant?

Ich habe letztes Jahr im Oktober mein 6. Studioalbum „Auf die Bühne, fertig, los!“ veröffentlicht – dazu stehen noch einige Termine an und wir planen auch gerade eine dazugehörige Tour. Ab März startet dann die „Disney In Concert“ Tour mit großem Symphonieorchester, bei der ich als einer von 4 Solisten teilnehme. Im Sommer, nicht zu vergessen, spiele ich in Tecklenburg die Hauptrolle des Tony Manero in „Saturday Night Fever“, das ist dann wieder eine ganz andere Seite…

… und bis dahin sind die Haare wieder gewachsen?

Nee, da gibt’s dann wahrscheinlich eine Perücke, ist aber auch kein Problem (lacht). Wir haben wirklich viel vor dieses Jahr. Und dann will ich natürlich auch noch neue Projekte entwickeln. Also, bis Ende des Jahres ist mein Terminplan eigentlich schon mehr als voll. Na ja, und privat steht dann natürlich noch der große Umzug von Münster nach Hamburg an.

Lass uns nochmal über das Album sprechen. Es waren ja doch einige Fans – nicht nur positiv – überrascht, dass das so in Richtung Schlager geht.

Ja, das war schon ein bisschen schwierig mit den Reaktionen. Für mich war bzw. ist das auch ein Riesen-Experiment. Ich als Künstler habe ja Gott sei Dank die Freiheit, mich immer wieder neu zu erfinden und neue Sachen auszuprobieren. Und genau das habe ich mit diesem Album gemacht – ich haben verschiedene Stile und Elemente aus Schlager, Pop, Rock und auch Klassik verwendet und wollte damit etwas Einzigartiges schaffen. Einigen hat das gefallen, anderen wieder nicht – bestes Beispiel:  mit „Dieser Sommer“ war ich in den konservativen Formatcharts auf Platz Eins. Und trotzdem gab es einen Riesen – Shitstorm auf Facebook. Das fand ich spannend. Mir ging es immer primär darum, keine Schubladen zu bedienen und sich auch in keine stecken zu lassen. Das ist meine Herausforderung gewesen, und damit habe ich auch bewusst ein bisschen provoziert. Ein Album ist ja auch immer eine Momentaufnahme und ich habe jetzt schon wieder neue, andere und experimentellere Ideen für mein nächstes Album (lacht).

Hast Du, abgesehen von den ganz konkreten Projekten, auch so etwas wie einen musikalischen Traum, den Du unbedingt mal umsetzen willst?

Mein großer Traum ist eine Weltreise, bei der ich verschiedene Länder bereise und mit den Einheimischen zusammen singe, mit ihrem Musikstil und ihrem Sound arbeite und etwas zusammen aufnehme. Das finde ich sehr spannend und das reizt mich sehr. Und das ist auch mit das schönste an diesem Beruf – dass man die Freiheit hat, sich immer wieder neu zu erfinden.

 

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