Hans Klok lässt Frauen verschwinden

Münster,  18. Dezember 2015   Von Markus Möhl     „Wie macht der das nur?“ Das dürfte wohl die am meisten gestellte Frage gewesen sein, wenn Magier-Weltstar Hans Klok seine Kunst präsentiert. Und in der Tat ist man in der mit sensationellen Illusionen gespickten Show immer wieder auf der Suche: Wohin ist die Frau, die vorher noch in der Kiste war, verschwunden?
Und wie hat sie die Säbel überlebt, die der blonde Holländer mit Fönfrisur in eben diese Kiste hineingestoßen hat? Warum kann die Glühbirne über den Köpfen der Zuschauer fliegen? Und wie gelingt es, dass Teenager Vivien, von Klok aus dem Publikum auf die Bühne geholt, plötzlich zur schwebenden Jungfrau wird? Keine Frage – Hans Klok ist ein Meister der modernen Zauberkunst. Die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der eine Großillusion auf die andere folgt – der Entertainer wurde zum schnellsten Magier der Welt gekürt – ist atemberaubend. Zwar sind auch ein paar „kleinere“ Klassiker zu sehen, wie die Spielkarten, die er aus dem Nichts aus der Luft greift, und die aus leeren Zylindern erscheinenden Weinflaschen. Aber das Markenzeichen des mit dem Silbernen Clown von Monte Carlo ausgezeichneten Illusionisten sind die großen Effekte: Immer neue Behältnisse in immer wechselnden Ausformungen dienen dazu, ihn selber oder seine Assistentinnen spektakulär verschwinden und in Sekundenschnelle am selben oder an einem anderen Ort wieder auftauchen zu lassen. Das Ganze in den Varianten in Ketten, unter Wasser oder mit Feuer. Und so rasant, dass kaum noch Zeit bleibt für die Frage, wie er das bloß wieder gemacht hat.
„The new Houdini“ heißt die aktuelle Show, mit der Hans Klok seit November durch Europa tourt. Zu Recht. Denn der legendäre Magier Harry Houdini, der Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem als Entfesselungskünstler für Furore sorgte, findet in dem 46-jährigen Niederländer einen würdigen Nachfolger, der das Befreien von Ketten unter Wasser in knapp zwei Minuten ebenso zelebriert wie das Entkommen aus der „Kralle des Todes“, an der Klok in einer Zwangsjacke kopfüber an einem brennenden Seil hängt und sich innerhalb von 90 Sekunden herauswinden muss, um nicht von messerscharf aussehenden Stahlkrallen durchbohrt zu werden. Neben diesen „Stunts“ hat Hans Klok, der auf deutsch charmant und mit sympathischer Selbstironie moderiert („Ich spreche wie Rudi Carrell und sehe aus wie Linda de Mol“) auch noch einige weltweit erfolgreiche Showacts dabei – ganz im Sinne seines großen Vorbildes Houdini, der auch in Varietés und Zirkussen auftrat. So sind die biegsame Lunga aus Afrika, die sich scheinbar mühelos um die eigene Achse drehte, oder die kopfüber auf einem Einrad fahrende Seilakrobatin Huang Yang aus Shanghai mehr als nur schmuckes Beiwerk in einer furiosen zweistündigen Show, die einen Hauch von Las Vegas nach Deutschland bringt.

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