„Luther“ feiert in Dortmund Weltpremiere

Dortmund, 2.11.2015   Von Markus Möhl   Furios ging am Reformationstag die Weltpremiere des Pop-Oratoriums „Luther“ über die Bühne der Dortmunder Westfalenhalle: Mehr als 16.000 Zuschauer feierten in zwei Shows Darsteller, Orchester und vor allem den 3000-stimmigen Chor, der ganz in weiß das Geschehen um den Reformator kommentierte.
Das Stück aus der Feder von Erfolgskomponist Dieter Falk („Pur“) und Librettist Michael Kunze (u.a. „Elisabeth“ und „Mozart“), die bereits beim Vorgänger „Die 10 Gebote“ zusammengearbeitet hatten, konzentriert die Geschichte über Martin Luther auf die Verhandlungen beim Reichstag in Worms, wo Luther wegen ketzerischer Äußerungen verurteilt werden soll. Der bleibt bekanntlich aber bei seiner biblischen Erkenntnis von Gottes frei geschenkter Gnade und setzt sich damit gegen politische und kirchliche Machtspiele durch.
Die Inszenierung von Andreas Gergen setzt den historischen Stoff mit viel Schwung modern um und kommt mit wenigen, aber effektvollen Mitteln aus. So kommt der junge Kaiser Karl (lässig: Paul Falk) als cooler Typ mit goldener Baseball-Kappe und Handy daher, während der Ablasshändler, schmierig-bösartig gespielt von Stefan Poslovski, im silbernen Paillettenanzug das Geld für den Bau des Petersdoms eintreibt. Und wenn Martin Luther zum ersten Mal auf der Bühne erscheint, zücken die 3.000 Chorsänger ihre Handys und entfachen ein Blitzlichtgewitter. Die Darsteller, allen voran Frank Winkels in der Hauptrolle und sein stimmgewaltiger „Gegenpart“ Andreas Wolfram als Faber, sind trotz kurzer Probenzeit von einer Woche ein bestens eingespieltes Ensemble und zeigen sich auf der 400 Quadratmeter großen Bühne, deren Mittelpunkt eine weiße Showtreppe ist, auch tänzerisch (Choreografie: Doris Marlis) versiert. Ein aufwändiges Lichtdesign, das u.a. den Luther-Schriftzug mit Laserstrahlen in die Halle projiziert, macht die Aufführung zu einem opulenten Gesamtereignis. Musikalisch bietet das Pop-Oratorium, das von der „Stiftung Creative Kirche“ (Witten) im Zusammenhang mit dem 500-jährigen Reformationsjubiläum produziert wurde und 2017 auf Tour geht (Termine unter www.luther-oratorium.de), einen Mix verschiedener Stilrichtungen, von eingängigen Popsongs („Wir sind Gottes Kinder“) über chansonähnliche Nummern bis hin zu modern bearbeiteten Luther-Chorälen wie „Ein feste Burg ist unser Gott“. Das Dortmunder Premierenpublikum, darunter Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, quittierte die Leistungen der insgesamt 3.300 Akteure auf und hinter der Bühne mit stehendem Applaus.

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